Dein Magnetprodukt: Wie Du ein Produkt entwickelst, das sich (fast) von alleine verkauft

Magnetprodukt
 

Falls Du bereits selbständig bist, kennst Du diese Situation vielleicht (und falls Du noch mit dem Gedanken spielst, Dich selbständig zu machen, wirst Du Dir das Folgende sicherlich lebhaft vorstellen können): Du hast mit viel Aufwand und Herzblut ein Produkt entwickelt (dies kann sowohl eine Dienstleistung, als auch ein physisches Produkt sein), und hast dann allergrößte Mühe, es tatsächlich an den Mann oder die Frau zu bringen. Viel zu häufig stößt Du auf Gleichgültigkeit oder sogar auf Ablehnung.

Wie wäre es statt dessen, wenn Du ein Produkt hättest, das Du kaum noch aktiv verkaufen müsstest, sondern für das mit der Zeit eine immer stärker werdende Nachfrage entsteht, für das Deine Kunden von sich aus auf Dich zugehen und für das sie beginnen, Mund-zu-Mund-Propaganda zu betreiben, so dass sich Dein Produkt mit der Zeit fast schon von alleine verkauft?

Wie Du ein solches Produkt – man kann es aufgrund seiner Anziehungskraft auf Deine Kunden als „Magnetprodukt“ bezeichnen – tatsächlich entwickeln kannst, möchte ich Dir in diesem Artikel zeigen. Wenn Du in dieses Thema anschließend noch tiefer einsteigen möchtest, empfehle ich Dir sehr den entsprechenden Selbstlernkurs von Maren Martschenko und Ricarda Kiel, auf dessen Idee dieser Artikel in stark verkürzter Form basiert.

Was ist ein Magnetprodukt überhaupt?

Lass mich, bevor wir loslegen, kurz beschreiben, wodurch sich ein Produkt, das sich fast von alleine verkauft, üblicherweise auszeichnet. So haben wir beide dasselbe Verständnis unseres Ziels, und Du kannst später, wenn Du eine Idee für ein solches Magnetprodukt entwickelt hast, nochmals abgleichen, ob die Reise für Dich in die richtige Richtung geht.

Ein Magnetprodukt …

  • … löst ein dringendes Problem Deiner Zielkunden,

  • … stellt eine möglichst offensichtliche und attraktive Lösung dieses Problems dar, hat also einen relativ geringen Erklärungsbedarf,

  • … passt auch zu Dir als Anbieter, indem es Dir ermöglicht, das zu tun, was Du richtig gut und gerne tust und indem es Dich mit Menschen in Kontakt bringt, die Dir sympathisch sind.

Wer ist Dein Wunschkunde?

Damit Dein Produkt zu einem Magneten wird, muss es Deine Kunden ins Herz treffen, es muss sie wirklich berühren und begeistern. Wenn es nur „recht brauchbar“ oder „ganz nett“ ist, ist es letztlich Allerweltsware oder eine Allerweltsdienstleistung, austauschbar und gewissermaßen überflüssig – und ganz sicher kein Magnetprodukt.

Um nun aber ein wirkliches Magnetprodukt zu entwickeln, sind zunächst drei Aspekte unerlässlich:

  1. Du brauchst eine genaue, eine ganz genaue Vorstellung von den Kunden, die Du ansprechen möchtest.
  2. Du solltest diese Wunschkunden auch auf der zwischenmenschlichen Ebene mögen. So fällt es Dir leichter, ihre Bedürfnisse zu verstehen, und der direkte Kontakt wird später von beiden Seiten eher als unkompliziert, sympathisch und fließend empfunden.
  3. Du solltest wissen bzw. ein Gespür dafür entwickeln, was Deine Wunschkunden bedrückt und was sie wirklich wollen.

Entwickle eine Vorstellung von Deinem Wunschkunden

Ich möchte Dich nun einladen, ein möglichst genaues und detailliertes Bild von Deinem Wunschkunden zu entwickeln. Ganz bewusst spreche ich hier in der Einzahl – von dem (idealtypischen) Wunschkunden, den Du am liebsten mit Deinem Produkt unterstützen würdest, und nicht von den (vielen) Kunden. Anderenfalls bestände die Gefahr, dass das Kundenbild, das Du entwickelst, zu allgemein und damit zu verschwommen wird und Du versuchen würdest, es „allen“ Recht zu machen (sieh’ Dir hierzu beispielsweise den Artikel „Weshalb Spezialisierung gerade für Gründer wichtig ist“ an).

Du kannst nun beispielsweise mit folgenden Fragen beginnen, um ein erstes Bild von Deinem Wunschkunden zu entwickeln: Ist mein Wunschkunde ein Unternehmen / ein Unternehmer oder eine Privatperson? Falls Dir ein Unternehmen oder ein Unternehmer vorschwebt: In welcher Branche? Mit welcher Spezialisierung? Mit welcher Unternehmensgröße? Falls Du an eine Privatperson denkst: Sieht Du einen Mann oder eine Frau vor Dir? In welchem Alter? Mit welchem Beruf?

Diese Grobvorstellung solltest Du anschließend unbedingt noch weiter detaillieren. Wie schaut’s mit den Interessen Deines Wunschkunden aus? In welchen Medien sucht er nach Informationen? Wofür schätzen ihn andere? Wofür wird er kritisiert? Was sind die Ziele, die er erreichen will?

Bestimmt fallen Dir hier noch weitere Fragen und Antworten ein. Schreibe die Antworten in jedem Fall auf, Du wirst sie später noch benötigen.

Was sind die Probleme und Herausforderungen Deines Wunschkunden?

Nun geht es darum, dass Du eine Vorstellung derjenigen Probleme und Herausforderungen Deines Wunschkunden gewinnst, die in irgendeiner Weise mit Deinem Tätigkeitsgebiet zu tun haben. Was sind die Bereiche, in denen er Schmerzen oder Unwohlsein empfindet? Was ärgert, bedrückt, verunsichert oder frustriert ihn? Wofür wünscht er sich Unterstützung, eine Lösung oder Alternativen?

Werde auch hier wieder so konkret wie möglich, und halte Deine Gedanken schriftlich fest.

Was wünscht sich Dein Wunschkunde?

Aus den Problemen Deines Wunschkunden, die Du soeben gesammelt hast, ergeben sich für ihn natürlich Wünsche und Bedürfnisse: Was will er – wiederum bezogen auf Dein Tätigkeitsgebiet – statt dessen? Was sind seine geheimen Sehnsüchte? Was würde ihn wirklich, wirklich glücklich machen? Über welche Traumlösung denkt er abends vor dem Einschlafen nach?

Dass Du auch hier Deine Ideen wieder aufschreiben solltest, brauche ich nicht mehr zu erwähnen – das hast Du längst getan :-).

Und wer bist Du?

Ich weiß, diese Frage klingt merkwürdig. Selbstverständlich wirst Du wissen, wer Du bist. So ungefähr zumindest. Dennoch möchte ich Dich einladen, Dir im Hinblick auf Dein Tätigkeitsgebiet nochmals bewusst zu machen, wer Du bist und was Dich ausmacht (schriftlich? – na, logo!). Denn damit Dein Produkt ein wirkliches Magnetprodukt wird, muss es nicht nur bei Deinem Wunschkunden mitten ins Herz treffen – es muss dazu auch mit Herzblut entstanden sein. In gewisser Weise muss es ausdrücken, wer und was Du bist, damit auch bei Deinen Kunden der Funke überspringen kann.

Stelle Dir also beispielsweise die folgenden Fragen: Was ist das Thema oder die Idee, für das Du brennst? Bei welchen Tätigkeiten kommst Du wirklich in einen Zustand des Flows, in dem Du Zeit und Raum um Dich herum vergisst? Wie, wo und wann möchtest Du arbeiten? Wie möchtest Du leben? Was möchtest Du mit Deiner Arbeit erreichen?

Gleichzeitig ist es aber auch wichtig, zu überlegen, ob es bestimmte Dinge gibt, die Du nicht (mehr) machen möchtest. Was war noch nie Dein Ding? Was willst Du definitiv hinter Dir lassen?

(Lass Dich, wenn Du magst, gerne auch von den Fragen im Abschnitt „1. Dein eigener Nutzen“ des Artikels „So entwickelst Du Dein Geschäftsmodell (Teil 2)“ inspirieren.)

Was kannst Du richtig gut?

Im vorigen Abschnitt hast Du Dir bereits Gedanken zu Tätigkeiten gemacht, die Du gerne machst. Nun geht es um jene Dinge, in denen Du wirklich gut bist, die Dir liegen. Falls Du ein eher zurückhaltender Mensch bist, versuche hier einmal, Deine Zurückhaltung und Bescheidenheit loszulassen – Du schreibst das nur für Dich auf. Also sei so frei, einmal ganz offen, ehrlich und stolz zu äußern, was Dir liegt.

Was ist Deine Leidenschaft? Womit also hast Du Dich in den letzten Jahren ausgiebig und intensiv befasst? Was unterscheidet Dich von anderen? Worin hast Du Dir mittlerweile sozusagen einen Expertenstatus erarbeitet, so dass andere Dich hier gerne um Rat und Hilfe bitten? Zu welchem Thema hast Du bereits regalmeterweise Bücher gelesen oder Seminare besucht?

Wie nützt Du Deinem Wunschkunden?

Und nun stell’ Dir einmal vor, Dein Wunschkunde mit seinen Problemen, Sorgen und Nöten trifft auf Dich. Was gibt ihm das Gefühl oder den Eindruck, bei Dir an genau der richtigen Adresse zu sein? Was wird er seinen Freunden oder Kollegen erzählen, weshalb Eure Begegnung genau zur richtigen Zeit und im richtigen Moment stattfand? Was hat er davon, Dir zu begegnen? Wie kannst Du ihm mit Deinen Fähigkeiten, Leidenschaften und Talenten – es geht hier noch nicht um ein konkretes Produkt ;-)! – weiterhelfen?

Synthese: Dein Magnetprodukt entsteht

Wunderbar, Du bist nun schon fast am Ziel – jetzt kommt der wirklich spannende Teil! Aber lass uns noch einmal schauen, was Du bislang schon geschafft hast:

  1. Dein Wunschkunde: Du hast nun ein ganz klares Bild davon, wer Dein Wunschkunde ist. Du hast beispielsweise eine Vorstellung davon, ob Dein Kunde ein Unternehmen oder eine Privatperson ist, wie er tickt, wo er sich aufhält usw.

  2. Du selbst: Du hast Dich auch selber besser kennen gelernt. Du weißt, wofür Du wirklich brennst, welche Tätigkeiten Du liebst, wie Du zukünftig arbeiten möchtest und noch sehr viel mehr.

  3. Die Probleme Deines Wunschkunden: Du kennst die Probleme und Schmerzpunkte Deines Wunschkunden. Du weißt zum Beispiel, was ihn bedrückt oder verunsichert.

  4. Deine eigenen Stärken: Du hast Dir bewusst gemacht, auf welchen Gebieten Du richtig gut bist und bereits gewissermaßen einen Expertenstatus erworben hast.

  5. Die Wünsche Deines Wunschkunden: Du weißt nun auch, was sich Dein Wunschkunde im Hinblick auf seine Probleme selber wünscht und wovon er träumt. Da kannst einschätzen, was ihn wirklich glücklich machen würde.

  6. Weshalb und wie Du helfen kannst: Du hast eine ganz konkrete Vorstellung davon entwickelt, weshalb Du und Dein Wunschkunde so perfekt zueinander passt und wie Du ihm mittels Deiner Kenntnisse und Erfahrungen helfen kannst.

Sicher hast Du auch gesehen, dass sich hier nun interessante „Erkenntnis-Paare“ gebildet haben: Jeweils die Nummern 1 und 2, 3 und 4 sowie 5 und 6 der obigen Punkte ergänzen sich in einer Weise, die Dir die Grundlagen für Dein Magnetprodukt liefert.

„Magnetprodukt“

In diesem kreativen Raum, der zwischen dem besteht, was Dich selber, Deine Stärken und Deine Fähigkeiten ausmacht und dem, was Deinen Wunschkunden mit seinen Problemen und Wünschen beschreibt, kann jetzt also Dein Magnetprodukt entstehen. Ein Produkt mit einem schon fast „magischen“ Das-will-ich-haben-Effekt. Ein Produkt, das Du nicht mehr wie sauer Bier anpreisen musst, sondern das sich gewissermaßen selbst verkauft.

Finden kannst Du Dein Magnetprodukt nun durch ein spielerisches Brainstorming: Entwickle zunächst einmal ohne Bewertungen und tiefergehende Analysen möglichst viele und verschiedenartige Ideen, wie Du mit dem, was Dich ausmacht und was Du mitbringst, einzelne Wünsche (oder vielleicht auch Kombinationen mehrerer Wünsche) Deines Wunschkunden erfüllen kannst und so bestimmte seiner Probleme löst. Schau dazu immer wieder auf Deine Notizen, lass Dich also von dem inspirieren, was Du zuvor aufgeschrieben hast.

Deine Produktideen können hierbei von ganz unterschiedlicher Art sein: Es können wirklich physische Produkte sein, die Du selber herstellst, weiterverkaufst oder nach Deinen Vorgaben herstellen lässt oder auch Dienstleistungen. Auch Wissensprodukte wie Online-Kurse, Workshops, E-Books, Beratungsprodukte oder Vorträge können sehr interessant sein.

Gibt es dann, wenn Du Deine Produktideen betrachtest (auch hier hast Du ja hoffentlich wieder schriftlich gearbeitet), hierbei welche, die Dir einen kleinen, angenehmen Hüpfer im Herzen bereiten? Welche Deiner Ideen machen Dir bereits in ihrer „Rohform“ Freude und ziehen Dich an?

Schau Dir diese Ideen nun genauer an: Passen sie tatsächlich wie Schlüssel zu den Problemen und Wünschen Deines Wunschkunden? Und findest Du auch Dich selbst darin wieder mit dem, was Dir wichtig ist und was Deine Stärken sind? Wenn ja: Herzlichen Glückwunsch :-)! Sehr wahrscheinlich hast Du nun mindestens eine Idee für ein wirkliches Magnetprodukt gefunden. Diese Idee solltest Du nun genauer skizzieren.

Und wie geht’s von hier aus weiter?

Nun lohnt es sich, für Dein Magnetprodukt einen „Realitäts-Check“ zu machen: Erzähle Deinen Wunschkunden von Deiner Idee und sammle ihr Feedback ein. Vielleicht stellen sie Dir auch Fragen zu Deiner Idee, die Du verwenden kannst, um weitere Verbesserungen vorzunehmen. Weitere Ideen, um Deine Produktidee mit möglichst wenig Aufwand, aber mit hoher Aussagekraft zu testen, werde ich Dir in einem der nächsten Artikel zeigen.

Entschuldigung, Kommentare zu diesem Artikel sind nicht möglich.

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